Hans Gisler-Wyrsch, Präsident

Galliried 6

6468 Attinghausen

Tel. 041 870 86 12, Mobile: 079 563 94 03

Mail: gisler.hans@hotmail.com

 

Bistumsleitung verspielt Führungsautorität

 

Jetzt braucht es konkrete Schritte

Die KAB Schweiz setzt sich als christliche Sozialbewegung seit Jahren für eine lebendige Kirche ein und fordert eine gleichberechtigte Mitverantwortung von Männern und Frauen, Priestern und Laien in allen Leitungsgremien. Das Vorgehen der Bistumsleitung in Chur und das Abseitsstehen der bischöflichen Mitbrüder der Schweizerischen Bischofskonferenz lassen diesbezüglich keine Hoffnung aufkommen und machen einfach wütend.

Der Zeitpunkt, das gewählte Vorgehen und das Rechtfertigungsschreiben der Bistumsleitung zur Absetzung von Generalvikar Martin Kopp lassen keine Dialogbereitschaft erkennen. Die berechtigte Forderung nach mehr Mitverantwortung der Laien in kirchlichen Entscheidungsgremien lehnen die klerikalen Männer in Chur entschieden ab. Sie empfinden Petitionen und Leserbriefe als ungebührliche Einmischung und als Majestätsbeleidigung.

Es kann schon sein, dass sie ihr Handeln mit Rom abgesprochen haben. Rom ist gross und wir wissen aus gesicherten Quellen, dass auch dort starke klerikale Kräfte am Werk sind, die den Bemühungen von Papst Franziskus für eine Entklerikalisierung der Kirchenleitung schwere Felsbrocken in den Weg legen. Es sind die gleichen Kräfte, die wie in Chur Angst davor haben, durch ein Mitspracherecht von Laien ihre klerikalen Vorrechte zu verlieren. Mit klaren Worten geisselte der Papst die Auswüchse dieses Klerikalismus, der zur Funktionalisierung der Laien führe und diese wie «Laufburschen» behandle. Bei Treffen mit Bischöfen hat er mehrmals aufgefordert, Laien mehr Verantwortung zu übertragen. Klerus, Ordensleute und gläubige Laien müssten vermehrt zusammenarbeiten um die neuen seelsorgerischen Herausforderungen zu meistern, war seine Forderung. «Der Heilige Geist versetze auch gläubige Laien in den Stand, Verantwortung und Dienste zu übernehmen », meinte er. «Der Klerikalismus ersticke jegliches prophetische Feuer und verhindere Initiativen, die Gute Nachricht des Evangeliums in alle Bereiche gesellschaftlichen und vor allem politischen Handelns zu tragen» . In einem Brief an den Präsidenten der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika schrieb er am 19. März 2016 unter anderem: «Niemals ist es der Hirte, der dem Laien sagen kann, was er zu tun oder zu sagen hat. Das wissen sie selbst ebenso gut oder besser als wir. Nicht der Hirte hat zu bestimmen, was die Gläubigen in den verschiedenen Bereichen zu sagen haben.»

Wir finden es eine Zumutung, von uns Laien Loyalität und Gehorsam zur Bistumsleitung zu verlangen, wenn genau diese Bistumsleitung den Sinn des Gehorsams nicht vorlebt. Gehorsam kommt von hören, von zuhören können und spüren, was die Menschen um uns bedrückt. So wünschte sich bereits Carlo Maria Martini, der verstorbene Kardinal und Erzbischof von Mailand, eine Kirche, wo Mann und Frau gleichermassen an den Entscheidungsprozessen der Kirche beteiligt seien. Als mündige Christen sehen wir eine solche Mitwirkung im kirchlichen Leben als unser gutes Recht an.

Das Schweigen der bischöflichen Mitbrüder der schweizerischen Bischofskonferenz empfinden wir als Zeichen des stillen Einverständnisses mit der Handlungsweise der Bistumsleitung in Chur. Wir können es nicht verstehen, dass unsere seit Jahren vorgebrachten berechtigten Anliegen, in einer geschwisterlichen Kirche gleichberechtig Mitverantwortung zu tragen, nicht ernst genommen werden. Die Kirche stirbt und die Kirchenverantwortlichen sehen tatenlos zu und verweigern ihr die Medizin zum Überleben.

Die klerikalen Kirchenverantwortlichen können wählen. Entweder sie bringen ihren bischöflichen Mitbruder im Hof zu Chur zur Vernunft, oder sie haben es zu verantworten, dass wir Laien uns gezwungen sehen, das Heft selber in die Hand zu nehmen und so zu handeln, wie es uns Christus vorgelebt hat. Er hat die klerikale Führung seiner jüdischen Religionsgemeinschaft nicht um Erlaubnis gefragt, die frohe Botschaft zu verkünden und die Not der Menschen zu lindern. Er hat es einfach getan und hat ohne obrigkeitliche Erlaubnis seine Mitarbeiter ausgesucht und ihnen eine Aufgabe anvertraut.

Das Versprechen Christi «Wo zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind, da bin ich mitten unter ihnen « macht uns Mut, eine Erneuerung der Kirche auf der Grundlage der frohen Botschaft auch ohne klerikale Kirchenleitung anzugehen. Wir werden uns unser Christsein in der Gemeinschaft der Glaubenden, gerade in dieser leidvollen Zeit kurz vor Ostern von einer verblendeten klerikalen Bistumsleitung nicht verwehren lassen. Sie muss sich bewusst sein. Es war die kirchliche Obrigkeit, die Jesus ans Kreuz gebracht hat!

 

 

Im Namen des Zentralvorstandes der KAB Schweiz

 

Präsident der KAB Schweiz

 

 

Kastenbemerkung

Das Wort von Papst Franziskus

 

"Das Volk Gottes im Blick haben bedeutet, sich daran zu erinnern, dass wir alle als Laien in die Kirche aufgenommen werden. [...]

 

Der Klerikalismus führt zur Funktionalisierung der Laien, behandelt sie als "Laufburschen", beschneidet ihre verschiedenen Initiativen, ihre eigenen Bemühungen und - ich wage zu sagen - ihren eigenen Wagemut , die Gute Nachricht des Evangeliums in alle Bereiche gesellschaftlichen und vor allem politischen Handelns zu tragen. Statt zu unterschiedlichen Beiträgen und Vorschlägen zu ermuntern, erstickt der Klerikalismus mehr und mehr das prophetische Feuer, das im Herzen der Völker zu bezeugen, die ganze Kirche berufen ist. [...]

. als mit dem Volk verbundenen Hirten steht es uns gut an, uns zu fragen, wie wir Nächstenliebe und Geschwisterlichkeit, das Verlangen nach dem guten, nach Wahrheit und Gerechtigkeit anregen und fördern."

 

 

(Brief an den Präsidenten der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika, 19. März 2016)

 

Hans Gisler-Wyrsch, Präsident

Galliried 6

6468 Attinghausen

Tel. 041 870 86 12

Mobile: 079 563 94 03

Mail: gisler.hans@hotmail.com

 

Machtspiele statt Seelsorge – Wir fordern Transparenz!

 

Die Entlassung von Generalvikar Martin Kopp zeigt eine Kirche auf Abwegen

Der Zentralvorstand der KAB Schweiz hat mit Bestürzung, Enttäuschung und Unverständnis die Entlassung von Martin Kopp als Generalvikar der Urschweiz durch den Apostolischen Administrator Peter Bürcher zur Kenntnis genommen. Das von der Bistumsleitung von Chur gewählte Vorgehen erinnert stark an das Vorgehen autokratischer Staatsführungen, wo Menschen, die eine andere Meinung als die Herrschenden vertreten, gnadenlos entsorgt werden. Das gewählte Vorgehen der Bistumsleitung gegen Martin Kopp widerspricht einer geschwisterlichen Kirche. Inakzeptabel ist zudem, wie die Bistumsleitung den Ausnahmezustand durch das Corona Virus missbraucht, einen unbequemen Kirchenmann zu entlassen. Sie wissen, dass die Kräfte im Bistum, die sich einen vermittelnden Bischof wünschen, so ausgetrickst werden, weil ein sicht- und hörbarer Widerstand  gegen diese Entlassung nicht möglich ist.

Wir kennen Martin Kopp als engagierten Kirchenmann, Priester und Seelsorger, der sich nicht nur mit grossem Engagement für die Armen und Benachteiligten, sondern auch für mehr Gleichberechtigung von Klerikern und Laien in der Kirche einsetzt. Martin Kopp hat aus Sorge um die Menschen im Bistum Chur gehandelt, und dass ihm die Situation im Bistum Chur betreffend Bischofswahlvorgehen grosse Sorgen bereitete, war allgemein bekannt. Die Geheimnistuerei um das Bischofswahlverfahren behandelt Laien wie «Kirchensklaven» und nimmt deren Rolle nicht ernst.

Im Namen vieler engagierter Mitchristen und Mitchristinnen fordern wir eine Entschuldigung und Wiedergutmachung. Weiter fordern wir ein transparentes Vorgehen bei der Wahl des Bischofs. Das Churer Wahlrecht kann mit unserem schweizerischen Demokratieverständnis verbunden werden. Die Geheimnistuerei um die Wahl ins Bischofsamt muss ein Ende haben. Die Kandidaten fürs Bischofsamt sollen vor der Wahl durch das Domkapitel bekannt sein und der Name des Bischofs soll sofort nach seiner Wahl bekanntgegeben werden. Es ist Zeit, dass das Subsidiaritätsprinzip auch in der Kirche selber zur Anwendung kommt.

Es liegt nun an der Bistumsleitung, mit positiven Zeichen den endgültigen Vertrauensverlust eines grossen Teils der Bistumsangehörigen zu verhindern. Sonst könnte tatsächlich das eintreten, wovor Generalvikar Martin Kopp eindringlich gewarnt hat: Das sture Festhalten am monarchistisch klerikalen Führungsstil könnte den religiösen Frieden in der Schweiz gefährden.

Im Namen des Zentralvorstandes der KAB Schweiz

 

Hans Gisler-Wyrsch, Attinghausen, Präsident KAB Schweiz

 

 

Delegiertenversammlung Brücke - Le pont

 

Dienstag, 12. Mai 2020

Bürgerspital Fribourg, Rue de L`Hopital, 1700 Fribourg

 

 

 

KAB Begegnung

 

Abgesagt

 

Besuch in der Ranft: "Bruder Klaus als KAB Mitglied - Wo sind Aenlichkeiten zwischen Bruder Klaus und der KAB?"

 

Organisiert mithilfe von "ethik22", gemeinsam mit internationalen KAB-Gästen.

 

4. Juli 2020, Treffpunkt Posthaltestelle Flüeli-Ranft, Dorf

 

 

 

 


Kontakt

KAB Schweiz
Ausstellungsstr. 21, Postfach 1663

8031 Zürich
Tel. 044 271 00 30, Fax 044 272 30 90
Mail:
verband@kab-schweiz.ch

Zentral - Vorstand KAB Schweiz

Präsident                                     Hans Gisler-Wyrsch

Soziales und Politik                     Hans Gisler-Wyrsch

Freizeit und Reisen      

Brücke Le pont                            Hürner Armin

Finanzverantwortlicher              

KAB- Sozialinstitut   

Geschäftsprüfungskommission    Kurt Furrer

                                                    Otto Wertli

                                                    Toni Walker