Liebe KAB-Mitglieder,

Liebe Freunde und Bekannte

 

Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass wir im Verlaufe dieses Jahres mit soviel Einschränkungen leben müssten. Alles ist anders als gewohnt.

Auch bei der Vorbereitung aufs Weihnachtsfest müssen wir auf liebgewonnene Traditionen verzichten. Verzichten müssen wir auch auf festliche Begegnungen im Familien- oder Freundeskreis. Weihnachten feiern… einmal ganz anders!

Vielleicht sind die vielen Einschränkungen auch eine Chance, uns aufs Wesentliche, aufs Ursprüngliche des Weihnachtsfestes zu besinnen.

Die erste Weihnachtsnacht fand ja auch im allerengsten Familienkreis statt, ohne Lichterbaum und Geschenkeberg und ohne Festrummel.

Josef fand mit seiner schwangeren Frau ganz zufällig Unterkunft in einem verlassenen Stall, den ihnen eine gutherzige Wirtin zugewiesen hat. Die Menschen, denen sie begegneten, dachten nur an ihren Gewinn und die Not ihrer mittellosen Mitmenschen liess ihre Herzen kalt. Da war nichts zu spüren von der vielgepriesenen Nächstenliebe. Ein Kind in der Krippe, was war das schon. Da gibt es nichts zu verdienen.

Ganz einfache Menschen, selbst am Rande der Gesellschaft lebend, waren ergriffen von der Menschwerdung und erst später sind sie sich ihrer Gottesbegegnung bewusst geworden.

Ohne den festlichen Rummel um uns könnten wir die Bedeutung der Worte Jesu so richtig erfassen, wenn er sagt. « Ich begegne euch im Mitmenschen, im kleinen Kind, im Schutz suchenden Flüchtling, im frierenden Obdachlosen, vielleicht auch im immer nörgelnden Nachbarn. Und alles, was ihr einem dieser Nächsten tut, das tut ihr mir.»

Da uns die vielen Einschränkungen den Begegnungsstress verwehren, bleiben gerade deswegen viele Chancen, um geheimnisvolle und echte Christusbegegnungen zu erleben. Es bleibt also an uns, auf was wir uns einlassen wollen.

So wünsche ich euch allen in dieser Weihnachtszeit viele vom Herzen zu Herzen gehende Begegnungen.

Weihnachten ist immer dann, wenn wir andern eine Freude bereiten!

 

Hans Gisler

 

Präsident KAB-Schweiz